Sonntag, 20. Januar 2008

Spielzeug

Viele Kinder dieser Erde haben ein trauriges Schicksal. Sie sind mit dem tödlichen Aidsvirus infiziert, an dem bereits ihre Eltern verstorben sind und müssen ihre Kindheit in einem Waisenhaus verbringen und täglich dutzende Medikamente nehmen, wenn sie Glück haben, denn nicht für jedes Kind gibt es einen Platz in einem Kinderheim. Viele müssen auch ohne Medikamente miterleben, wie sie langsam sterben.
Gegen dieses traurige Schicksal kämpfen viele Organisationen, teils mit prominenter Unterstützung, teils mit Unterstützung aus der Wirtschaft.
Sie versuchen Kinder mit den lebenswichtigen Medikamenten zu versorgen und ermöglichen ihnen ein Leben, in dem sie ausreichend Nahrung bekommen und vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben auch Kinderbekleidung und Spielzeug haben.
Viele karitative Organisationen versuchen Kinder, in dritte Welt Ländern von der Straße zu holen und sie in Schulen zu schicken, um ihnen eine Zukunft zu geben. Durch Spenden werden diese Projekte finanziert, doch in den meisten Ländern sind diese Maßnahmen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn es fehlt an allen Ecken und Enden und nicht nur an der Kinderbekleidung und am Spielzeug für die Kinder.
In einem Land wie Österreich, wo Kinder alles haben was sie sich nur wünschen können beschweren sie sich, dass sie ein bestimmtes Spielzeug nicht bekommen oder dass sie zur Schule gehen müssen.
Diese Kinder sollten eine Reise nach Afrika oder Südostasien machen, damit sie sehen, welches Glück sie eigentlich haben, zur Schule gehen zu dürfen, denn viele andere haben dieses Privileg nicht.
In unserer vom Konsum gesteuerten Gesellschaft, in der man nie genug Spielzeug, genug Videospiele, genug Kinderbekleidung und genug DVDs haben kann, wird der Wert der Bildung nicht geschätzt. Zur Schule zu gehen wird als Zwang empfunden. Dabei ist Bildung Zukunft. Viele Kinder in unserem Land scheinen nicht zu verstehen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, all die Dinge zu haben, die sie genießen und dass ihre Eltern ihnen diese Privilegien nur ermöglichen können, weil sie hart arbeiten und weil sie diese Bildung, zu der sich die Kinder gezwungen fühlen, bereits genossen haben.